» Los Angeles - Frankfurt

Heimweg auf Umwegen

Plattfuss in Amerika Heute verlassen wir das Land der Chandra Levys und der einarmigen kleinen Jungen und großen Banditen. Bereits vor 7 Uhr morgens finden wir uns am LAX Airport ein, um unseren Rückflug nicht zu verpassen. Zu unserer Verwunderung sollen wir diesmal sogar zwei mal zwischenlanden und zwar in Salt Lake City, welches ein Jahr später Austragungsort der Olympischen Winterspiele sein wird und New York, der Stadt die niemals schläft. Der Flug entpuppt sich als eine ziemliche Tortur, da wir zumindest am Salt Lake noch einen längeren Aufenthalt haben. Von New York gucken wir uns noch die Schlaflosigkeit ab, woraufhin wir schon schlappe 18 Stunden später wieder frisch und ausgeruht am Airport Frankfurt landen.

Daten, Fakten und Rekorde

Sancho (aka Nissan) Hinter uns liegen 15 Tage der Superlative. Wir haben ziemlich genau 3000 Landmeilen (ca. 5000 km) mit dem Auto zurückgelegt und dabei etwa 3000 Höhenmeter (absolut) überwunden. Wir mussten Temperaturen von 18 - 48 Grad Celsius ertragen und haben die größte Staumauer der USA, das höchste Gebäude westlich des Mississippi, die ältesten Bäume der USA, wenn nicht gar des Planeten, die größte Energieverschwendung und die schlechteste Luft der Welt gesehen/geatmet. Ein paar der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Amerikas, so z.B. die Golden Gate Bridge und der Grand Canyon gehörten ebenso zu unseren Reisezielen. Wir haben wahrscheinlich mehr als 50 verschiedene Fernsehsender gesehen und immerhin 5 verschiedene Bundesstaaten betreten (Californien, Nevada, Utah, Arizona & New York). Der nördlichste Punkt der Reise lag in Sacramento, der südlichste in Palm Springs, der westlichste irgendwo an der Küste zwischen Sebastopol und San Rafael und der östlichste in Page. Wir haben uns insgesamt in 9 verschiedenen Zeitzonen befunden und 4 davon tatsächlich zu Fuß betreten.

Fazit

Ihre Reisebegleiter: Georg Auch wenn es in diesem Bericht manchmal etwas negativ und kritisch zugeht, so kann man doch sagen, dass sich der Urlaub gelohnt hat. Viele kleine Anekdoten mussten leider dem Rotstift weichen, da man doch nicht vom Hundertste ins Tausendste gehen kann. Wenn es dann ab und zu doch passiert ist, dann hoffentlich zur Unterhaltung der Leserschaft. Würden wir diesen Urlaub noch mal machen? Jepp. Anstrengend war es trotzdem, so dass wir wohl niemals der jungen deutschen Familie nacheifern werden, die wir im Joshua Tree NP in ihrer zweiten von sechs Wochen Rundreise getroffen haben. Ihre ca. 9jährige Tochter hatte einen richtigen Spaß, als Mami und Papi sich in den Kopf gesetzt hatten, in der verwüsteten Einöde unter der knallen Mittagssonne zu einem Familien-Spaziergang aufzubrechen.

Newsflash

Ihre Reisebegleiter: Sören …und wo wir gerade von 9jährigen Kindern sprechen: Da war doch noch was! Auch heute kommt es immer wieder vor, dass Haie Menschen attackieren. In der Regel ist das auf die Unbekümmertheit der Menschen mit ihrem völlig abgelegten Gefahrsinn zurück zu führen. Wenn Ihnen also in Florida der Arm abgebissen wird, dann lassen sie beim nächsten Mal das Rumpsteak einfach an Land. Bleibt noch Frau Levy. Die ist mittlerweile wieder aufgetaucht, wenn auch ziemlich abgemagert und außerdem tot. Das war allerdings erst im Frühjahr 2002, 13 Monate nach ihrem spurlosen verschwinden. Bis zum heutigen Tag ist die Tat nicht aufgeklärt worden. Ihr Leichnam wurde erst ein Jahr später im Frühjahr 2003 beerdigt. Sehr verwunderlich, dass die Polizei meistens dann keine Täter ausmachen kann, wenn in irgendeiner Form Politik im Spiel ist. Und das Wetter? Ja, das hört auch heutzutage noch an der amerikanischen Staatsgrenze auf.

» Ventura - Los Angeles

Ein altersschwacher Gaul

Die Villen der Reichen Am Morgen nach dem Auschecken erschreckt uns der Blick unter unser Auto. Obwohl Sancho erst 7000 Meilen auf dem Buckel hat, plagen ihn schon Inkontinenz und Blasenschwäche. Eine unübersehbare Pfütze einer nicht identifizierten Flüssigkeit erstreckt sich unter seinem Motor. Die Geschmacksprobe lässt vermuten, dass es sich weder um Urin noch um Öl oder Benzin handelt. Wir füllen das Kühlwasser aus unserem unerschöpflichen Vorrat an destiliertem Wasser auf, welches seit Death Valley in Sanchos Kofferraum vor sich hinfault und beschließen, dass wir diesem Zwischenfall keine weitere Aufmerksamkeit schenken, da wir sowieso nur noch wenige 100 Meilen vor uns haben.

Santa Claus is coming to town

Ausblick wie im Film

Heute werden wir also, so Gott will, an den Ausgangspunkt unserer kleinen Rundfahrt zurückkehren. Schon heute Abend wird Sancho wieder in seinem Heimatstall stehen, zusammen mit seinen Kollegen, um wahscheinlich bereits morgen an die nächsten Irren weitervermietet zu werden. Uns doch egal. Bevor wir jedoch wieder in L.A. eintreffen, kommen wir an der "Santa Claus Lane" vorbei, einer Parkplatzbucht von der uns ein überdimesionierter Nikolaus zuwinkt. Bevor wir in die Stadt in das Sheraton-Hotel zurückkehren, wollen wir noch den Mulholland Drive befahren, welcher übrigens verfilmt wurde. Im Gegensatz zum ziemlich grottigen Film, für den Ihr nicht zwei Stunden Eures kostbaren Lebens investieren solltet, handelt es sich hier um ein wirklich anschauliches Stück Amerika. Die "Scenic Road" verläuft im Norden L.A.’s, in ost-westliche Richtung und bietet einen Blick über die ganze Stadt sowie auf die Villen der Reichen & Schönen.

Hier ist Dea, hier tanken sie auf!

Endlose Highways Irgendwie haben wir die Entfernungen heute ein wenig unterschätz und auch der Mulholland Drive selbst ist länger als geplant - uns geht so langsam der Sprit aus. Die Anzeigenadel liegt schon auf dem Begrenzungsstift der Tankanzeige, im Tank bildet sich langsam aber sicher ein Vakuum. Noch ein paar Meilen und er implodiert. Leider ist keine Tankstelle in Sicht. Aus Angst wir könnten liegen bleiben würden wir gerne an abschüssigen Straßen auskuppeln, doch wir haben keine Kupplung. Der trotzdem unternommene Versuch scheitert kläglich und bringt uns in 1,9 Sekunden von 50 km/h auf 0. Der letzte Tropfen Benzin ist verbraucht, als wir mit absterbendem Motor eine rettende Zapfsäule erreichen. Wir brauchen "Schiprit" - Geld spielt keine Rolle.

Eye Witness Video - live

Das Reiseende naht - Bring doch schon mal den Müll raus Nachdem Sanchos Durst gestillt ist, stellen wir fest, dass wir noch einiges an Zeit übrig haben und beschließen noch einmal über den Hollywood Boulevard zu fahren um den Walk of Fame, das Mann’s Chinese Theater und das Hard Rock Café L.A. zu besichtigen. Die Fahrt führt uns einmal über den kompletten Boulevard in Richtung Westen und - weil wir offensichtlich das Chinese Theater übersehen haben - wieder zurück. Da wir noch jede Menge Band in der Videokamera haben, entsteht an dieser Stelle ein Dokument des Schreckens. Der Reisekoller hat seinen Höhepunkt erreicht und die Rush Hour tut ihr übriges dazu, dass wir so langsam in unserem Auto durchdrehen. Auf der Suche nach dem verdammten Chinese Theater lassen wir sämtliche Kalauer und Running Gags der letzten 14 Tage Revue passieren. Die dabei entstandenen Bild und Ton Dokumente wollte uns jedoch bis heute kein Filmstudio abkaufen. Spätestens zurück im Hotel, nachdem wir Sancho bei Alamos abgegeben haben, wird uns klar, dass wir dringend wieder nach Hause müssen. Noch ein paar Tage länger in diesem Land und wir hätten Langzeitschäden davon getragen.

» Santa Maria - Ventura

Alzheimer lässt grüßen

Route 1 - Ein Traum Am dreizehnten Tag unserer Reise ist uns der Reisekoller schon deutlich anzumerken. Anders lässt sich aus heutiger Sicht, also rund 2 Jahre später, nicht mehr nachzuvollziehen, warum wir an diesem Tag so wenig unternommen haben. Die Stecke, die wir im Auto zurückgelegt haben war nicht die Welt und verglichen mit anderen Tagen geradezu zu vernachlässigen. Unsere einzige Station, an die wir uns noch erinnern können ist das kleine Örtchen Solvang in dem wir uns schätzungsweise 2-3 Stunden aufgehalten haben. Selbst an das Hotel, in dem wir die Nacht geschlafen haben, können wir uns heute nicht mehr erinnern. Traurig, traurig, traurig…

Smörebröd, smörebröd, römtömtömtöööh

Die Shelbi-Ranch Solvang wurde von seinen Gründern nach europäischem oder, um etwas spezieller zu sein, nach dänischem Vorbild gestaltet. Es befinden sich hier unter anderem diverse Wind- und Wassermühlen, deren Räder selbstverständlich nicht natürlich, sondern durch einen Motor angetrieben werden, das Hans Christian Andersen Shopping Center, ein Schuhladen für Klocks, die Shelbi Ranch und ein Restaurant namens "Heidelberg Inn". Hier genehmigen wir uns ein Mittagessen. Unsere Hoffnungen auf ein zünftiges Schnitzel werden jäh zerschlagen als uns die in Tracht gekleidete Serviermaus mitteilt, dass warme Küche erst ab 17 Uhr gereicht wird.

Eiskalte Fluten

Hier kann man auf der Kreuzung Picknicken Irgendwann am Nachmittag setzen wir unsere Reise in Richtung Süden fort und erreichen etwas später unser Motel in Ventura. Nach dem Einchecken entschließen wir uns noch, an den Strand zu gehen, denn wir hatten uns geschworen im Pazifik zu baden. Zwar ist das Wetter alles andere als warm und außerdem sehr windig, doch nach einigem Zögern und in Sörens Fall nach einigen Drohungen, wagen wir uns dann doch in den Ozean. Die Befürchtung, dass das Wasser etwas kühl sein könnte bewahrheitet sich nicht. Das Wasser ist nämlich absolut verdammt beschissen eiskalt. Länger als 2-3 Minuten halten wir es nicht aus, aber immerhin waren wir drinnen. Yeeha!! Kurze Zeit später wärmen wir uns in unserem wohltemperierten Hotelpool wieder auf. Hier ist das Wasser mindestens 10 Grad wärmer und außerdem windgeschützt und ohne Wellen.

Zapping, Teil 4

Motorbetriebene Riesenventilatoren Ja sapperlott und Potzblitz! Gibts denn keine anderen Nachrichten als abgrissene Extremitäten in den Mäulern von heruntergekommenen Haien? Die Kapitän Ahabs der Nachrichtenstationen betrachten dieses Ereignis mittlerweile inflationär und blasen zur Jagd in immer spektakuläreren Meldungen. Jetzt soll angeblich ein zweites Kind von einem Hai an der Küste Floridas angegriffen worden sein. Damit man nicht denkt, dass man an der Pazifikküste sicherer ist, wird dann auch gleich noch getoppt, dass auch hier Haie gesichtet wurden. Auch von Frau Levy aus dem fernen Washington gibt es sagenhafte Neuigkeiten. Die Polizei gräbt ganze Stadtviertel um auf der Suche nach Teilen unserer vermeindlich zerstreuten Sekretärin. So langsam fragt man sich, ob sie nicht einfach zu lange mit den Haien schwimmen war.

» San Francisco - Santa Maria

Sancho lebt!

Die Strassen von San Francisco Am Morgen sind wir nach dem Checkout aus dem Hotel positiv überrascht, als wir unseren Sancho unversehrt und an der selben Stelle an der wir ihn abgestellt hatten wieder aufinden. Wir starten unsere Tour Richtung Süden, die uns in den verbleibenden 3 Tagen wieder an den Ausgangspunkt unserer Reise, Los Angeles, bringen wird.

Wenn alte Muddis durchdrehen

Winchester Wahnsinn Kurz hinter Frisco besichtigen wir das Winchester Mistery House. Hierbei handelt es sich um einen riesigen, verworrenen, fast komplett aus Holz bestehenden Gebäudekomplex, in dem man vielerlei Absurditäten wie zum Beispiel zugemauerte Türen oder Treppen, die ins nichts führen, entdecken kann. Grund für diese eigenwillige Bauweise war, so die Überlieferung, der Aberglaube und die geistige Umnachtung der alten Witwe Winchester (die Frau des legendären Waffenbauers), der ein Wahrsager nach dem Tode ihres Mannes vorraussagte, dass sie so lange nicht sterben würde, solange an dem Haus gebaut würde. Vermutlich gehörte dieser Wahrsager in Wirklichkeit der Baubranche an… Die Führung durch das Gebäude sowie die Besichtigung des schönen Gartens war zwar etwas langwierig aber doch sehr interessant.

Globale Klimaveränderung

Nebel oder Smog? Das Klima erreicht südlich von San Francisco seinen vorläufigen Tiefpunkt. Die Außentemperatur fällt unter die psychologisch wichtige 20 Grad Marke und wir beginnen, es etwas frisch zu finden. Außerdem ist das Küstengebiet von dicken Wolken bedeckt, durch die wir auf der sehr kurvigen Route 1, die parallel zum Ufer in den steilen Küstenhängen verläuft, teilweise sogar hindurch fahren müssen. Zwischendurch halten wir immer mal wieder an, um die geniale Aussicht auf das Meer zu bestaunen und einige Male wagen wir sogar den Abstieg an diverse Sandstrände. Zum Baden ist es uns jedoch entschieden zu kalt.

Sorry, we’re closed

Das Riff der Haie Da wir heute wieder eine weite Strecke zurücklegen müssen ist es bereits später Nachmittag als wir Hearst Castle erreichen, einen Landsitz des schon lange verstorbenen Millionärs George Hearst. Dieser diente Orson Wells im Kinoklassiker Citizen Kane als lebendes Vorbild für den Charakter des Charles Foster Kane, was dieser zur damaligen Zeit nicht wirklich witzig fand. Der Landsitz ist für Touristen erschlossen - aber leider nicht für Touristen wie uns, die überall zu spät ankommen. So bleibt uns nur die Besichtigung des Souvenier Ladens am Fuss des Hügels auf dem in ca. 1 Kilometer Entfernung auch mal verschämt Dachspitzen des Anwesens durch die Bäume zu erkennen sind. Das ist nicht wirklich spannend und so starten wir bald wieder, um kurze Zeit später unser Tagesziel Santa Maria zu erreichen.

» San Francisco

"Da schiebt schon wieder einer sein Wohnzimmer vor sich her." Sören beim Anblick eines Penners

Chinatown - wie unschwer zu erkennen ist Dieser Tag verspricht Erholung, denn es ist der erste Tag ohne Auto und, wie wir insgeheim hoffen, auch der Letzte, denn mit etwas Glück war dieser dunkle Parkplatz doch kein getarnter Gebrauchtwagenhändler. Heute wollen wir zu Fuß und mit den hiesigen öffentlichen Verkehrsmitteln die Stadt erkunden. Unser Weg führt uns zunächst in die Innenstadt. Da die Gegend um unser Hotel nicht wirklich vertrauenerweckend erscheint, verstecken wir Fotoaparat und Video-Kamera in unseren Rucksäcken. Hier zelten Leute auf den Bürgersteigen und andere schieben ihr komplettes Hab und Gut in Einkaufswagen vor sich her.

Kabel-Autos

Chinatown - schon etwas schwieriger Nachdem wir noch einen Abstecher in ein Internet Café gemacht haben, kommen wir an der "Transamercian Pyramid" vorbei, einem Hochhaus, das ähnlich wie eine Pyramide nach oben hin spitz zuläuft. Wir tangieren China Town und entschließen uns nach einiger Zeit eines der einzigartigen Cable Cars zu benutzen um an den Hafen, oder wie wir Fachleute es nenen, an die Bay zu fahren. Die Fahrt ist sehr holprig und ehrlich gesagt erwecken der Fahrer und sein Fahrzeug nicht gerade unser tiefstes Vertrauen. Wir kommen trotzdem heil am Hafen an und beginnen uns umzusehen.

Bekannte und unbekannte Sehenswürdigkeiten

Friscos Skyline Von hier aus hat man einen guten Blick auf Alcatraz (bekannt aus dem Film "The Rock" - und nur von dort), einem ehemaligen Hochsicherheitsgefängnis, das auf einer kleinen Felseninsel in der Bay liegt. Wir entdecken weitere Kuriositäten wie z.B. einen Werbestand des S.F.Police Department, an dem mit einem original Hummer (das Auto) und fetziger Hip-Hop Musik um Nachwuchs gebuhlt wird, sowie einen Künstler, der mit Spraydosen zu ebenso fetziger Techno-Musik spacige Bilder der Golden Gate Bridge erstellt. Nachdem wir im Fisherman’s Warf etwas zum Mittag gegessen haben, setzen wir unseren Weg entlang des Hafens fort und besichtigen das Marineschiff "Jeremiah O’Brien", das hier vor Anker liegt sowie die bekannte Pier 39, von denen wir vorher noch nie gehört hatten.

"Erinnert mich irgendwie an Sim City" Sören beim Blick auf die Stadt

Pier 39 - schön bunt Pier 39 ist wohl die Touristenfalle der S.F. Bay, denn hier gibt es neben einer Reihe von Restaurants unzählige Souvernier Shops. Das Highlight ist jedoch das Bubba Gump Shrimp Co. Restaurant and Market. Hier kann man neben allerlei Shrimp Spezialitäten in einem riesigen Laden alle erdenklichen Merchandising Artikel zum Film "Forrest Gump" erstehen. Da können wir natürlich nicht einfach vorbei und kaufen uns beide eine originale "Bubba Gump Shrimps" Baseball Cap, denn meine Mom sagte immer: "Dumm ist nur wer Dummes tut." Nachdem wir noch ein wenig die fetten Seelöwen beobachtet haben, die sich auf Floßen im Hafen in der Sonne fläzen, beschließen wir den Aufstieg zum Coit Memorial Tower in Angriff zu nehmen. Von dort hat man einen genialen Blick über die komplette Innenstadt auf der einen und die Bay bis zur Bay Bridge auf der anderen Seite. Von hier oben können wir auch in der Ferne die Lombard Street entdecken, die sich in sehr engen Serpentienen einen steilen Berg hinunterschlängelt und mit tausenden von bunten Blumen dekoriert ist. Auf dem Rückweg zum Hotel begutachten wir auch diese Sehenswürdigkeit noch einmal aus der Nähe.

Die Fortsetzung der Fortsetzung der Fort…

Coit Tower Am Abend entschließen wir uns noch für einen Kinobesuch, denn was in den Nachrichten kommt, wissen wir dank unserer mentalen Begabung jetzt schon. Das Kinocenter ist der Hammer. Hier gibt es nicht nur 20 Kinosäle, sondern auch jede Menge Spielhallen für Kids und u.a. auch einen Microsoft Shop und einen Playstation Shop - Entertainment pur! Wir sehen uns Jurassic Park 3 an. Der Film ist nicht der Reißer, aber auch nicht die schlechteste Fortsetzung einer Fortsetzung. Interessant ist, dass wir während des Films immer wieder von 9jährigen Schreihälsen hinter uns gestört werden, obwohl wir in der Spätvorstellung sitzen und der Film PG13 rated ist. Hier wünscht man sich doch, dass man besser in eine Wiederholung von "Der Weisse Hai" gegangen wäre. Dann wären die 9jährigen Kinder bestimmt ganz schnell verstummt.

Freakout

Lombard Street wie im Fernsehn Auf dem Rückweg vom Kino fällt uns eine Menschentraube auf, vorwiegend bestehend aus 14 jährigen weiblichen Menschen, die mehr oder weniger kreischend vor einem Hotel auf irgendetwas wartet. Auf der Strasse stehen 8 riesige Polizeimotorräder mit echten amerikanischen Cops, dahinter drei grosse Reisebusse. Nach einem Plausch mit einem nicht kreischenden Teeny erfahren wir, dass hier angeblich N’Sync abgestiegen ist. Nun warten die Girlies, dass die Boys rauskommen und in ihre bereitgestellten Busse einsteigen. Dieses Schauspiel wollen wir uns nicht entgehen lassen und warten ziemlich belustigt eine halbe Ewigkeit. Es passiert nichts. Dann doch. Zuerst fährt die Polizeistaffel los. Kurze Zeit später der erste Bus, dann der zweite und nach ein paar weiteren Minuten schließlich der letzte, dann ist der Spuk vorbei. Zurück bleiben lauter verdutzte Teenies mit leeren Autogrammzetteln. Dabei hätten wir so gerne auch ein Autogramm gehabt *hüstel*.

» Modesto - San Francisco

Sacramentö

Das wilde Sacramento Unser erstes Ziel an diesem Tag ist Sacramento, die Hauptstadt (nicht etwa die heimliche sondern die offizielle) Californiens. Sie liegt nur einen Steinwurf von Modesto entfernt, so dass wir dort schon am Vormittag eintreffen. Zu Beginn unseres Besuchs unternehmen wir eine nicht ganz freiwillige Standrundfahrt, auf der wir bereits die meisten architektonischen Sehenswürdigkeiten der Stadt entdecken. Schließlich finden wir einen Parkplatz in einem Parkhaus in der Nähe des Sacramento River und der historischen Altstadt. Wir beschließen Old Sacramento zu Fuss zu erkunden. Direkt neben dem Parkhaus erstreckt sich laut Georg "die berühmte Ich-Weiß-Nicht-Wie-Sie-Heißt-Brücke". Aha, wir haben wieder etwas dazu gelernt.

"Yummie, Schulpizza ist gut für euch, Kinder" Unbekannter Reiseteilnehmer

Yosemite Sam im Goldrausch Hier sieht es wirklich aus wie man es sich in einer Goldgräberstadt so vorstellt. Die Gehsteige sind mit Holzplanken bebaut, über die man diverse Restaurants und Souvenierläden sowie die "1898 Gold Rush Exhibit" erreicht. Auf den Straßen sind einige Pferdekutschen unterwegs, die jedoch den einzigen Sinn haben Touristen in der Gegend herumzukarren. Wir entdecken sogar einen German Sausage Stand, wagen es aber nicht unseren Hunger dort zu stillen. Stattdessen finden wir ein Restaurant in dem es ein Pizza-Mittagsbuffet gibt. Wir schlagen uns die Bäuche voll bis uns schlecht wird. Unser Verdauungsspaziergang führt uns zurück zu unserem Auto und wir verlassen Sacramento in Richtung Pazifikküste.

"Wir sind jetzt kurz vor dem Atlantik" Name der Redaktion bekannt

Der Rheingau des Wilden Westen Der Weg ans Meer führt durch das Napa Valley, dem weltberühmten kalifornischen Weinanbaugebiet - sozusagen dem Rheingau des Wilden Westens. Es dauert deutlich länger als wir vermuteten bis wir endlich den Ozean erreichen. Ein paar dutzend Meilen in Richtung Süden entlang des Ufers nähern wir uns schließlich San Francisco. Der Weg in die Stadt führt uns über die ebenfalls aus “Ein Colt für ale Fälle” (und nur von dort) bekannte Golden Gate Bridge. Bevor wir sie jedoch für einen Obulus von 3,50$ überqueren dürfen, schießen wir ein paar Fotos von einem Aussichtspunkt ein paar duzend Meter über der Straße. Dieser wird aber von den beiden Brückenpfeilern locker überragt, was einem die gigantische Größe dieses Bauwerks sehr plastisch vor Augen führt.

Scientology und die Armut

Endlich der Pazifik In der Stadt versuchen wir per Straßenkarte unser Hotel zu finden, was uns nach einigen Umwegen doch noch gelingt. Beängstigend ist allerdings erstens das Clientel, das sich in ‘unserem’ Viertel auf den Straßen herumtreibt und zweitens die Tatsache, dass wir in direkter Nachbarschaft zum hiesigen Büro der Scientology Church wohnen werden. Die Frage was zuerst da war - Scientology oder die Armut - wagen wir an dieser Stelle nicht zu diskutieren.

Gangstas Paradise

Traumstrasse Nachdem wir ins Hotel eingecheckt haben, beschliessen wir, dass Sancho in den nächsten 48 Stunden nicht mehr gebraucht wird und suchen nach einer passenden Koppel für ihn. Ein paar Blocks weiter in einer Nebenstrasse finden wir einen Parkplatz, der angeblich sogar bewacht wird. Dieser besteht aus nicht viel mehr als einer öden Betonfläche, wo früher wohl mal ein Haus gestanden hat. Von Umzäunung keine Spur. Der Parkplatzwächter hat eine schäbige Uniform an und sitzt auf dem Bürgersteig, dabei erinnert der sehr stark an die Gangsta-Rapper von MTV. Für den sagenhaften Preis von 20$, dürfen wir auf das Grundstück fahren und den Wagen dort abstellen. Auf dem Weg quer über den Parkplatz in Richtung unseres Hotels entdecken wir ein Fahrzeug, dass die unerfreuliche Bekanntschaft mit einem Baseballschläger gemacht hat und in dem es nun vermutlich etwas zugig ist. Dies läßt uns zur Überzeugung kommen: "Die Karre sehen wir nie wieder."

Celebrity Deathmatch - Sören vs. Georg

Das goldene Tor zur Stadt Als wir endlich wieder im Hotel sind, hauen wir uns von den vielen gefahrenen Kilometern völlig erschöpft auf’s Bett und zappen was die Glotze hergibt. Die Nachrichten waren wie immer brandaktuell und spektakulär. Der Inhalt kann auf einer der vorhergehenden Seiten nachgelesen werden. Zufälligerweise zeigt MTV heute die Celebrity Deathmatch Night. Nach dem 27ten Kampf, in dem sich zu guter Letzt auch noch die Gastgeber Nick Diamond und Johnny Gomez zerlegt haben, sehen wir optisch fast genauso aus, wie die Teilnehmer. Obwohl MTV immer noch weitere Folgen zeigt, siegt bei uns die Vernunft, so dass wir gegen 3 Uhr endlich das Licht ausmachen.

» Tulare - Modesto

Ungezieferbekämpfung mit Agent Orange

Ganz schön riesig, diese Sequoias So langsam kommen wir wieder in wohnlichere Gefilde. Die Wüste haben wir gestern hinter uns gelassen und anstatt Felsen und vertrockneter Sträucher säumen jetzt weitläufige Felder und Obstplantagen den Weg. Offensichtlich ist die Gegend hier bereits wieder so fruchtbar, dass sich diverse Parasiten breit machen (und wir meinen jetzt nicht einheimische Aliens), jedenfalls entdecken wir über uns einen einmotorigen Sportflieger, der eben diese Felder mit der chemischen Käule aus der überdimensionierten Spraydose behandelt.

Yosemite Sam und die Riesensequoias

El Capitan und ein bischen Wasser Einige Zeit später erreichen wir den fünften und für diese Reise letzten National Park, Yosemite. Dort versuchen wir uns zunächst zu orientieren, was nicht ganz leicht fällt. Schließlich finden wir dann aber doch einen Einstiegspunkt im Osten des Parks in der Mariposa Grove wo es riesige Bäume zu sehen gibt. Unser Reiseführer stellt sie uns als “Riesensequoias” vor und teilt uns mit, dass sie bis zu 3000 Jahre alt sind. Die Bäume haben einen Durchmesser von mehreren Metern und sind bis zu 100 Metern hoch. Da das Holz dieser Bäume extrem weich ist, haben es die Aliens nicht zur Herstellung von Häusern, Zahnstochern und Klopapier benutzt. Der Wald ist somit in einem sehr guten Zustand.

"Wie auf Mallorca. Hammerhart. Tausend Touristen, lauter kleine Kinder." Georg in Yosemite-Village

Und noch ein Wasserfall Auf dem Weg ins Yosemite-Village, der uns wieder einmal durch diverse klaustrophobisch anmutende Tunnel führt, legen wir noch einmal einen Stopp an einem View Point ein von dem aus man einen ziemlich hohen aber auch ziemlich ausgetrockneten Wasserfall und El Capitan, einen markanten Berg, sehen kann. Den Wasserfall läuft so wenig Wasser hinab, dass man kaum erkennen kann, wo es eigentlich den Boden erreicht. Im Yosemite-Village angekommen begeben wir uns auf eine weitere Wanderung, die uns an weitere sehenswerte Wasserfälle führt. Hier ist es zum ersten Mal auf unserer Reise (abgesehen von Las Vegas) ziemlich überlaufen. Nachdem wir unseren Natur-Bedarf für heute gedeckt haben, machen wir uns wieder auf den Weg und treffen gegen Abend in Modesto ein.

Schnell mal zum Mexikaner

A1, die einzig Wahre Wir werden experimentierfreudig und besuchen zur Abwechslung Abends das Taco Bell. Hier gibts TexMex Fastfood. Da wir diesen Reisebericht erst zwei Jahre nach Ende des Urlaubs verfassen und uns beide bester Gesundheit erfreuen, kann man wohl mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass das Essen seinen schlechten Ruf nicht verdient hat - auch wenn uns manch Chaos-Theoretiker da wiedersprechen würde. Auf jeden Fall ist unser Freund Fnord (der mit der A1 Steak-Sauce) von diesem Laden so überzeugt, dass er hier in Deutschland immer mit einer Basecap von denen rumrennt. Wir hoffen, das ist nicht ansteckend.

» Las Vegas - Tulare

Boooring

Paris bei Nacht Schon relativ früh am Morgen verlassen wir Las Vegas, denn heute haben wir die längste Teiletappe unserer Reise vor uns. Bis nach Tulare, unserem Ziel für den heutigen Tag, sind es knapp 700 km. Es heisst zwar immer, daß dies für amerikanische Verhältnisse keine Entfernung sei, jedoch haben wir immer noch Temperaturen jenseits der 40 Grad und die Geschwindigkeitsbegrenzung von 55 Meilen auf allen Strassen tut ihr übriges. Wir könnten zwar schneller wenn wir wollten, aber auf eine Nacht im Knast haben wir es nun wirklich nicht abgesehen. Deshalb

versuchen wir jeden Kontakt mit den Cops zu vermeiden (was uns wieder zu der Frage mit dem Trinkgeld bringt).

"Coole Gegend hier, hier zieh ich hin." Georg beim Blick auf das Death Valley

Nicht Venedig - auch wenn der Schein trügt Die einzige Attraktion auf unserem heutigen Weg ist der Death Valley National Park. Wir verstehen zwar nicht, was an diesem Ort so schützenswert ist, dass man einen National Park daraus gemacht hat, aber wir sind ja auch nicht hier, um die Aliens zu verstehen. Das kann sowieso überhaupt gar keiner. Wir, als erfahrene Gesteins-Geologen, gehen davon aus, dass wir selbst auf dem Mars mehr Landschaft gesehen hätten als hier. Dafür überholen uns mitten im Nirgends drei Mini Cooper (einer davon mit Anhänger - man, sieht das kagge aus), die es im Juli 2001 eigentlich noch gar nicht gegeben hat und ein Kampfjet vom Typ F16 oder F18. Leider lässt sich der Typ nicht genau ermitteln, da uns nur 4 Sekunden Zeit bleiben ihn zu identifizieren, bis er in ca 50 Meter Höhe über uns hinweg gedonnert ist.

Waterworld Aliens vs. Gesteins-Geologen

Zwischenstopp in New York Zweimal wagen wir es, das Auto zu verlassen und zwar einmal an einer Stelle, an der man mitten in der Schotterwüste ein paar strahlend weiße Sanddünen besichtigen kann und das zweite Mal am Zabriskie Point, von dem man die am tiefsten gelegene Stelle der westlichen Hemisphäre überblicken kann, welche ca. 280 Fuss, also 93 Meter, unter NN liegt. Wir als erfahrene Gesteins-Geologen versuchen uns vorzustellen wie es hier aussehen würde, wenn der Pazifik mal kurz über die Hügel in dieses Becken schwappt. Dann würde man auch wieder vielmehr verrückte Aliens mit ihrem Wasserspielzeug… aber wir schweifen schon wieder ab. Und wo wir gerade dabei sind: Die beschissensten Jobs Amerikas: Gesteins-Geologe im Deathvalley.

Zapping, Teil 3

Sagenhaft, dieses Death Valley Gegen Abend erreichen wir nach einem anstrengenden Tag Tulare und haben jetzt eigentlich genug vom Auto fahren für die nächsten 3 Wochen. Schade nur, dass das eigentlich niemanden interessiert. Der Fernseher wird auch noch mal kurz zur Informationsgewinnung benutzt. Der Radioempfang im Death Valley war geradezu tödlich. Dem armen, kleinen, einarmigen, 9jährigen Jungen fehlt immer noch ein Arm. Vermutlich ist dieser ebenso untergetaucht wie Chandra Levy. Deren Arbeitgeber (der halbseidene Politiker) will sich sogar freiwillig einem Lügendetektortest unterziehen, um zu beweisen, dass er nichts damit zu tun hat (solche Stimmen sind nämlich laut geworden). Und hier die Wetterausichten für das Death Valley für die nächsten 100 Jahre: Tagsüber sonnig bei geringer bis keiner Bewölkung und Höchsttemperaturen bis 50 Grad im Schatten. Nachts sternenklar bei Tiefstwerten um den Gefrierpunkt. Ach ja: Der Rest der Welt ist in Urlaub, deshalb heute keine Nachrichten aus dem Ausland.

» St. George - Las Vegas

"Uwaahr, fresh meat!" "The Butcher" aus Blizzards Diablo und Sören, beim Anblick von Lake Mead

Die Mutter aller Staumauern - Hover Dam
Wir verhalten uns heute vollkommen unchristlich und mißachten das Gebot "Am siebten Tage sollst du ruhen", denn heute geht es nach Las Vegas! Vorher besichtigen wir eine der größten Staumauern im Universum, den Hover Dam. Dieser staut den erst durch den Damm entstandenen ca. 60 Meilen langen Lake Mead. Auf dem Weg dorthin Richtung Westen fahren wir mal wieder durch sehr trostlose Gegenden auf nicht enden wollenden Straßen entlang dieses, aufgrund seiner Größe doch beeindruckenden, Binnengewässers.

Waterworld Aliens, Teil 3

Der hats doch wirklich bequem Kein Binnensee mit noch so steinigem Strand ohne eine enorme Menge wahnsinniger Aliens. Beim Anblick eines besonders üppigen Exemplars rutscht uns ein spontanes "Ei jei jei jei jei" über die Lippen. Nachdem auch wir ein wenig durchs Wasser gewatet sind und so tun, als ob wir dazu gehören, fühlen wir uns erfrischt und setzen unsere Reise fort. Am frühen Nachmittag erreichen wir schließlich den Damm, welcher im Verkehrschaos versunken ist. Das bringt uns von unserem ursprünglichen Plan ab, ihn per Auto zu überqueren. Wir parken also im Besucherparkhaus und führen unsere Besichtigung zu Fuß durch.

How to bomb Hover Dam

Hier erntet Las Vegas seinen Strom Der Hover Dam wurde nach Herbert Clark Hover, dem 31. Präsidenten der USA, benannt und in den Jahren 1931 - 1935 errichtet. Wir sind von der Masse an Beton und dahinter aufgestautem Wasser schwerstens beeindruckt. Es gibt auch eine offizielle Besichtigungstour ins Innere der Anlage, die wir uns jedoch verkneifen. Beeindruckend sind auch die Sicherheitskontrollen am Eingang der Tour. Gepäckdurchleuchtung und Personenabtastung erinnern einen doch stark an einen Flughafen und das ca. 6 Wochen VOR Nine-Eleven. Unsere kreative Ader ist geweckt und lässt uns über Möglichkeiten sinnieren, wie man unbemerkt ein Loch in die Wand bohren könnte, um halb Kalifornien zu fluten damit endlich diese trostlosen Wüsten begrünt werden. Fazit: Gehen würde das schon.

Gottlose, soweit das Auge reicht

Indoor in die Nordschleife Las Vegas: Schon vom Autobahnzubringer aus erkennt man den Wahnsinn dieser Wüstenmetropole. Mehrere Quadratkilometer große, voll animierte Werbe-Screens verkünden von Poker, Roulette, und MORE JACKPOTTS. Unser Hotel Circus Circus steht dem in nichts nach und protzt mit einem voll ausgestattetem Indoor-Vergnügungspark inklusive Achterbahn, Wildwasserbahn und etlichen weiteren Attraktionen. Da uns hier aber alles zu teuer ist, und wir auch noch die sagenhaften anderen thematisierten Hotels sehen wollen, begeben wir uns nach draußen. Der erste Schritt nach draußen wäre auch fast schon der letzte gewesen, denn aus den eben noch angenehmen 20 Grad im vollklimatisieren Hotelkasino werden schlagartig 50 Grad Außentemperatur - naja, die Sauna haben wir so wenigestens gespart nur leider hat hier niemand einen Aufguss gemacht, so dass die Luft doch recht trocken ist.

Für einen Arsch voll Quarter

Ceasars Palace im besten Licht Direkt gegenüber befindet sich das Nascar Café, welches eine Achterbahn besitzt, die im inneren des Gebäudes startet und dann draußen durch einen Looping führt bevor sie durch eine senkrechte Auslaufschiene gebremst wird und den gleichen Weg wieder rückwärts ins Café zurück nimmt. Sieht ziemlich spektakulär aus. Am meisten hat es uns jedoch der Stratosphere Tower angetan, der sich etwa 500 Meter von unserem Hotel entfernt ca. 330 Meter in den Himmel erstreckt. Das besondere an ihm ist die Achterbahn und der Freefall Tower in über 300 Metern Höhe. Bevor wir uns jedoch dort hinaufbegeben können, müssen wir noch etwas warten, denn wegen zu starkem Wind sind Aussichtsplattform und Fahrgeschäfte geschlossen. Wir beschließen erst einmal etwas zu essen. Für einen Arsch voll Quarter kann man hier in fast jedem Hotel All-you-can-eat Buffets leerräumen. Wir suchen das nächstbeste Hotel, schlagen uns die Mägen voll und machen keine Gefangenen.

Viva Las Vegas

Express-Taxi Nach dem Abendessen gehen wir nocheinmal zurück in unser Hotel, bevor wir uns auf die ultimative Las Vegas Hiking Tour über den kompletten Strip begeben. Bevor wir die Wanderung in Angriff nehmen, holen wir den Rollercoaster Ride auf dem Stratosphere Tower nach. Von hier oben hat man einen genialen Blick über die mittlerweile nächtliche und demensprechend in allen erdenklichen Farben beleuchtete Stadt. Am anderen Ende der Vergnügungsmeile erkennen wir einen Lichtkegel, der aus dem Luxor, einem Hotel in Form einer 1:1 Nachbildung der Cheopspyramide, in den Himmel strahlt. Nach diesem Thrillride wandern wir den Strip entlang und besichtigen noch viele weitere Themenhotels wie z.B. das Ceasar’s Palace, das MGM Grand, das New York, New York, das Mirage, Treasure Island, das Venezian und last but not least das Luxor. Gegen 2 Uhr nachts lassen wir uns von einem lustigen Taxifahrer zurück zu unserem Hotel bringen. Es ist kaum vorstellbar, aber auch um diese Uhrzeit ist in Las Vegas Rush Hour!!! Zum Glück kennt der Fahrer ein paar Schleichwege. Ermöglicht durch seinen ausgesprochenen Bleifuss liegen wir schon wenige Minuten später in der Falle.

» Page - St. George

Künstliche Wassermassen

Wettlauf der Orientierungslosen Am Morgen fahren wir noch mal runter zum Lake Powell, welcher nur ein paar Meilen entfernt von Page liegt, um uns den Glen Canyon Dam aus der Nähe anzusehen. Die Ausmaße sind schon beeindruckend und wir können uns kaum vorstellen, dass der Hover Dam, den wir später noch ansehen wollen, wirklich so viel größer sein soll.

"Tour de France: Die Amerika-Etappe" Sören beim Anblick zweier Rennradfahrer

Disneyland!!! Unsere nächste Station ist Bryce Canyon. Auf dem Weg dorthin überschreiten wir sowohl die Grenze nach Utah als auch die Grenze zwischen zwei Zeitzonen und zwar der Pazific Time Zone und der Mountain Time Zone. Jetzt sind wir wieder eine Stunde näher an zu Hause. Auf unserem Weg fällt uns auf, dass die Felsformationen, an denen wir vorbei kommen immer mehr orange gefärbt sind, was Sören an einen Freizeitpark erinnert "Und ich sag noch zum Georg, Georg die haben hier alles kopiert aus dem Disneyland.".

"Warum kann’s im Taunus nicht genauso geil aussehen?" Sören als er den Bryce Canyon sieht

Wie an einer Ausgrabungsstätte in Ägypten Im Bryce Canyon angekommen liegt vor uns eine Schlucht, in der sich leuchtend rot-orange Felsen, grüne Nadelbäume und der blaue Himmel einen Kampf um das Auge des Betrachters liefern. Sören: "Oh Mann, alles Primärfarben!". Wir entschließen uns zu einer Wanderung durch den Canyon, welcher nicht annährend die Ausmaße des Grand Canyon erreicht, aber irgendwie trotzdem sehenswerter erscheint. Auf dem Weg fühlt sich Sören ein weiters Mal an Disneyland erinnert, denn hier sieht es wirklich aus wie an der Achterbahn Big Thunder Mountain. Hier sieht alles so künstlich aus, dass sich Georg zur Bemerkung "Die Bäume sind nicht echt, oder?" hinreissen lässt, doch die Bäume fühlen sich tatsächlich echt an.

Wasserfall-Geheimtipp

Da rauscht ja ganz schön das Wasser runter Unsere Wanderung führt uns noch an vielen skurrilen Felsformationen vorbei, so auch an einer Stelle die uns durch ein Schild als "Queen’s Garden" vorgestellt wird. Viele Gemeinsamkeiten mit einem Garten können wir jedoch nicht feststellen. Ausserhalb der Grenzen des National Park aber noch als Teil des Bryce Canyon unternehmen wir einen weiteren Hike auf Rat unseres Reiseführers. Dieser Marsch führt uns zu einem nahegelegenen Wasserfall, wo wir uns ein erfrischendes Fußbad im eiskalten Wildwasserbach gönnen. Schließlich verlassen wir den Bryce Canyon und machen uns auf den Weg vorbei am Zion National Park zu unserem Tagesziel.

"Fliehkräfte wie bei ner Mondlandung!" Georg, beim "Extreme Serpentinen Driving"

Ein bischen Zion gefällig? Da unser Zeitmanagement an diesem Tag völlig versagt hat, besichtigen wir den Park bis auf ein paar Stops ausschließlich aus dem Auto. Eine äußerst kurvenreiche Straße führt uns entlang riesiger Granitfelsen, die nach unserer erfahrenen aber vorsichtigen Gesteins-Geologen-Schätzung bis zu 1000 Meter hoch in den Himmel aufragen. Der definitive Höhepunkt, zumindest am Adrenalinspiegel gemessen, ist die Durchquerung eines dieser Granitgiganten durch einen ca. 2 Meilen langen, unbeleuchteten Röhrentunnel, in dem die beiden Fahrrichtungen nicht getrennt sind. Hier sieht man aufgrund des blendenden Gegenverkehrs praktisch nichts und fährt nur nach Instinkt. Wir sind doch etwas erleichtert, als wir das Tageslicht wieder erblicken, auch wenn es uns zunächst fast die Augäpfel ausbrennt.